Megaherz
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Interview
"Megaherz waren immer eine Band mit einer Message"
so Sänger Lex im EMP-Interview zum neuen Album "Heuchler". "Man darf einen Songtext nie davon abhängig machen, wer sich davon vielleicht beleidigt fühlen könnte, sondern sollte immer zu seiner Meinung stehen." Was Lex, seit rund einem Jahr neuer Sänger bei den Münchner Industrial-Metallern, auch ganz klar tut: "Bei ?Ein Mann von Welt? geht es darum, wie es mich ankotzt, was gerade mit unserer Gesellschaft passiert: Wir übernehmen heute nicht nur Trends und Produkte aus den USA, sondern so eben mal auch das ganze Gesellschaftssystem. Gewinne werden von den Konzernen allein eingestrichen, während ? wie etwa bei der Bankenkrise ? Verluste vom allen Bürgern zu tragen sind. Soziale Gerechtigkeit und Solidarität scheinen Fremdwörter geworden zu sein." Auch bei "Fauler Zauber" geht er hart mit aktuellen Zeitströmungen ins Gericht: "Religion scheint wieder mehr Anklang zu finden ? sehr viele Leute sind vom ?Deutschen Papst? begeistert, auch wenn dieser zum Teil sehr konservative Positionen vertritt. Da frage ich mich doch, ob wir wirklich noch in einer aufgeschlossenen und toleranten Gesellschaft leben." Lex heißt mit bürgerlichem Namen Alexander Wohnhaas. Er wurde nach dem plötzlichen Ausstieg von Matthias Elsholz 2005 zunächst als Vertretung für nur ein Konzert gebucht und stieß dann 2007 fest zur Band. Der Sänger ist überzeugt: "Megaherz war immer eine Band mit einer Message, Musiker, die eine Meinung haben und zu denen man eine Meinung haben konnte. Wir verlieren uns nicht in lyrischer Schönheit." Was die Megaherz-Fans in aller Welt ? es gibt etwa große Fanclubs in Russland, den USA und Kanada ? wohl auch nicht erwarten. "Rammstein hat international eine Nische geöffnet und Deutsch als eine dem Englischen mindestens ebenbürtige Sprache für den harten Metal etabliert. Es gibt inzwischen … weiter lesen
Interview
Herzblut + Handwerk = Herzwerk
Megaherz am Scheideweg: Nach Wechseln im Line Up und bei der Plattenfirma schwimmen die Münchner auf einer Welle der Kreativität - "Herzwerk II" ist ein Album, wie man es nur erhoffen, aber nie erwarten kann. Grund genug, sich mit Sänger Alex W. zu unterhalten. "Mit diesem Album schließt sich für uns der Kreis", erklärt Alex. "Denn unser erstes Demo aus dem Jahr 1995 trug den Titel "Herzwerk". Es hatte wesentlich mehr Rock- als Dancefloor- und Industrialelemente und ist damit dem aktuellen viel näher als unsere nachfolgenden Veröffentlichungen. Nicht dass mir die keinen Spaß gemacht hätten, doch die Elektronik schränkte uns in spielerischer und kompositorischer Hinsicht zu stark ein. Das neue Album ist emotionaler, direkter. Ich denke, wir werden auch in dieser Richtung weiter machen." Ein größerer Line Up-Wechsel dürfte die Kurskorrektur beschleunigt haben. Alex: "Jürgen Schlachter stieß während der Produktion zu uns, weil unser alter Drummer Frank aus persönlichen Gründen die Band verlassen hatte. Olli Pohl übernahm die Gitarre von Noel Pix, der schon Anfang 2000 ausstieg. Beide brachten neue Impulse für die Band, Olli hat beispielsweise "An deinem Grab" geschrieben. Die Aufnahmen mit unserem Produzenten Ralf Weigand waren sehr fruchtbar, wir arbeiteten ganz unmittelbar, mit wenig Overdubs, sehr handwerklich. Deshalb der Titel: Herzblut und Handwerk ergibt "Herzwerk"." Mit dem vierten regulären Album gelang Megaherz nicht nur ein musikalisches Meisterstück, sondern auch die ersehnte Befreiung vom Etikett der "Neuen Deutschen Härte". "Das war von Anfang an ein ziemliches Missverständnis", erklärt Alex. "Die Band entstand, als ich 1993 aus Seattle zurück kam mit dem Vorsatz, die Energie und Emotionalität des Grunge in deutsche … weiter lesen




